Colette nannte ihn "gentilhomme campagnard" - den Landedelmann - und treffender kann man ihn nicht bezeichnen, den
Berger de Beauce. Denn wer einen Hund sucht, bei dem sich Eleganz und Adel der Erscheinung mit Rustikalität und
Gelassenheit vereinen, der ist mit einem Beauceron gut beraten.
Mit einer Schulterhöhe zwischen 61cm als Mindestmaß bei Hündinnen und 70cm als Höchstmaß
bei Rüden und einem Gewicht zwischen 30kg und 50kg kann man ihn schon unter die großen Rassen einordnen.
Der Körper ist ein klein wenig länger als hoch, die Gliedmaßen sind gut gewinkelt, der Brustkorb ist
tief und die Brust breit. Die kräftige Rute wird herabhängend getragen mit einem leichten Haken am Ende.
Auf dem mittellangen Hals sitzt ein ausdrucksstarker Kopf mit gemeißelten Linien. Der Stop ist wenig ausgeprägt.
Oberkopf und Schnauze bilden parallele Linien. Die Ohren sind hoch angesetzt und wurde im Mutterland Frankreich und
einigen anderen Ländern bis vor kurzer Zeit noch kupiert. Unkupiert sollten sie mittelgroß sein und dürfen
nicht eng am Kopf anliegen. Der Beauceron hat Stockhaar; über mausgrauer, weicher Unterwolle liegt das etwa 3 - 4 cm
lange harsche schwarzglänzende Deckhaar. An der Unterseite der Rute und den Hinterbacken ist das Fell etwas länger,
eine Fransenbildung ist gefordert. Am Kopf und an den Läufen ist das Fell kurz und anliegend. Den Beauceron gibt es
in zwei Farbschlägen. Häufiger sieht man die Farbe "Noir et Feu" - Schwarz mit eichhörnchenroten
Abzeichen. Den Farbschlag "Harlekin" (oder "arlequin") sieht man seltener. Hierbei sind die schwarzen Fellpartien von
grauen Flecken unterbrochen.

Eine Besonderheit des Beauceron sind seine doppelten Afterkrallen. Da der Beauceron kurzhaarig ist, fallen die
Afterkrallen auch entsprechend auf. Dabei verlangt der Standard zwei deutlich voneinander getrennte Zehen mit je
einem Nagel. Diese sollten möglichst tief angesetzt sein. Da beide Zehen mit dem Knochen verwachsen sind,
besteht keine erhöhte Verletzungsgefahr. Es erfordert nur eine gewisse Aufmerksamkeit, da sich diese Krallen
nicht abnutzen und deshalb regelmäßig gekürzt werden müssen.

Der "Bas Rouge", wie er wegen seiner Färbung auch genannt wird, ist eine sehr alte französische Rasse.
Seine Herkunft läßt sich nicht genau bestimmen, aber schon auf mittelalterlichen Darstellungen waren
Hunde zu sehen, die durchaus die Stammväter des Beauceron sein könnten. In früheren Zeiten
verteidigte er die Herden gegen zwei- und vierbeinige Angreifer und hütete die Schafe. 1896 bekam der
Beauceron anläßlich einer Hundeausstellung seinen Namen - Schäferhund aus der Beauce. Das
bedeutet aber nicht das diese Landschaft seine Heimat ist. Er erhielt diesen Namen, um ihn von seinem
langhaarigen Vettern, dem Berger de Brie (Briard) zu unterscheiden. Auf dieser Ausstellung wurde auch der
Standard für den Beauceron festgelegt und unter der FCI-Nummer 44 registriert.
Mit zunehmender Industrialisierung benötigte man nicht mehr so viele Hütehunde. Aufgrund seiner guten
Eigenschaften fand der Beauceron aber ein neues Aufgabengebiet: vom Herdengebrauchshund schulte er
um auf Dienst- und Sporthund. Bei der französischen Polizei ist der Beauceron eine der verbreitetsten
Rassen und auch im Hundesport kann er durchaus mit den "Standard"rassen Deutscher Schäferhund und
Malinois mithalten. So gewannen 1997 mit Foxy de Chipye und 1998 mit Jaitook Carson jeweils ein Beauceron die
Französische Meisterschaft im Ring III. Auch für Agility, im Turnierhundesport oder als Rettungshund
ist der Beauceron sehr gut geeignet. Seine hohe Reizschwelle, seine Bindungsafähigkeit an "seinen" Menschen
macht ihn zum idealen Familienhund. Voraussetzung ist natürlich eine sorgfältige und
sachgemäße Aufzucht und Erziehung. Was er nicht verträgt, ist in einem Zwinger eingesperrt und
ohne Kontakt zu seiner Familie zu sein. Er benötigt viel Menschenkontakt. Es ist ihm egal, ob er im Haus
oder im Zwinger wartet, bis seine Besitzer von der Arbeit kommen. Jedoch sind sie da, will er überall dabei
sein.
Der Beauceron ist hart im Nehmen, aber auch oft etwas derb im Spiel. Er ist sehr ausdauernd und gut motivierbar.
Aus seiner Vergangenheit als Wächter und Beschützer hat er eine gewissen Reserviertheit Fremden gegenüber
behalten, aus seiner Tätigkeit als Hütehund die Freude am Laufen, seine Fähigkeit, leicht zu lernen und sich
Gelerntes fest einzuprägen und einen nicht zu unterschätzenden Jagdtrieb.
Die Erziehung des Beauceron muß so früh wie möglich beginnen. Dabei benötigt man viel
Konsequenz, da die Hunde schnell merken, wenn Befehle nur halbherzig gegeben werden oder ihre Ausführung
nicht konsequent kontrolliert wird.
Der Beauceron ist kein Hund für Leute, die bequem sind. Er benötigt nicht nur viel Auslauf, sondern
auch geistige Auslastung. Wenn der Beauceron nicht ordentlich erzogen und geistig nicht gefordert
wird, sucht er sich unter Umständen selbst eine Aufgabe. Das muß dann für den Besitzer nicht
unbedingt angenehm sein und kann bei einem Hund dieser Größe und Stärke zu ernsthaften Problemen
führen.
Der Berger de Beauce hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren. Er ist robust und wenig
krankheitsanfällig. Es gibt auch keine rassetypischen Erkrankungen. Wie bei allen großwüchsigen
Rassen kann Hüftgelenkdysplasie (HD, eine erbliche Deformation des Hüftgelenks), auftreten. Man
sollte seinen Beauceron mit etwa 12 bis 15 Monaten auf HD röntgen lassen.
Betreut wird die Rasse Beauceron im Club für Französische Hirtenhunde e.V. ( cfh ) im VDH