Babett (geb. 23.06.1993 gest. 16.01.2004)
... hieß eigentlich Aiga Sentiment. Getroffen haben wir uns zufällig, als ich auf der Suche nach
einem Rottweiler war, der unser Haus bewachen sollte. Sie war damals 10 Monate alt und gefiel mir auf Anhieb.
Ich ging also mit den Kinder noch einmal hin, um zu testen, wie sie auf diese reagiert. Sie zeigte sich von
Anfang an als kinderlieb und so zog Ostern 1994 unser erster Beauceron bei uns ein. Anfangs hatten wir unsere
Not mit Babett. Vor allem, was sie nicht kannte hatte sie erst mal Angst, die sich bei LKWs zur Panik
steigerte. Und sie kannte offensichtlich außer ihrem Zwinger mit Waldblick gar nichts. Nach 6 Monaten
Streß wurde dann langsam sichtbar, was ein Beauceron ist. Später ließ sie jede Art von
Krawall völlig kalt - bis auf Schüsse. Die mochte sie bis zuletzt überhaupt nicht.
Deshalb legte ich mit ihr auch die BH A ab, die sie als Tagesbeste bestand.
Nach etlichen Ausstellungserfolgen und bestandenem Wesenstest bekam Babett 1996 die Zuchtzulassung. 1997 warf
sie nach dem Rüden Garax du Pla de la Jasse 9 Welpen und 1999 nach Jaitook Carson einen Welpen. Sie war
ihren Welpen eine liebevolle und aufmerksame Mutter und gab viel von ihren guten Eigenschaften weiter.
Babett war auch der ideale Familienhund. Wachsam, mit hoher Reizschwelle und ausgeprägten
Beschützerinstinkten hütete sie in unserer Abwesenheit das Haus zuverlässig ohne
durch ständiges Bellen zu nerven. Waren wir zu Hause, wurde jeder Besuch freundlich begrüßt
und dann ignoriert. Wenn es dunkel wurde, war sie auf Spaziergängen äußerst aufmerksam.
Waren wir dabei, ließ sie sich auch von jedem Fremden anfassen. Eine Horde Kinder, die um sie
herumstand und sie streichelte ließ sie völlig kalt, auch wenn die manchmal etwas derb
wurden. Seit Herbst 1999 bis zum Winter 2002 gingen wir gemeinsam mit Gaby und dem 11jährigen
Schäferhund-Rottweiler-Mischling Kevin monatlich zweimal in Pflegeheime, wo Babett und Kevin als
"Streichelhunde" arbeiteten.
Ab und an gingen wir auch in Schulen und zeigten den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden.
Das machte allen viel Spaß und unsere "Oldies" lebten richtig auf dabei.
Natürlich hatte Babett auch ihre Macken. So war sie verfressen und man durfte kein Essen
in Reichweite stehen lassen. Sowie man den Rücken wendete, war es weg. Sie rannte auch gern hinter
Wild her. Dann hörte sie auf keinen Ruf und uns blieb nichts übrig als zu warten.
Glücklicherweise dauerten diese "Ausflüge" maximal 5 Minuten, dann war sie wieder da.
Trotzdem ließen wir sie bei Waldspaziergängen meistens an der Leine.
Für Hundesport konnte Babett sich nur schwer erwärmen. Unterordnung - brrrr ... Für den
Tunierhundesport konnte ich sie aber doch begeistern, besonders für die Hindernisbahn. Daß wir
nicht soooo erfolgreich waren, lag nicht an ihr! Mit meiner Freundin Silke qualifizierte sie sich
immerhin für die Deutsche Meisterschaft 2001 (2000-m-Lauf) und die beiden erreichten eine gute Zeit.
Auf dem Portrait ist Babett 10 Jahre alt, was man ihr aber nicht ansieht. Oder? Manchmal merkte man es ihr aber
schon an. Es war irgendwie traurig, sie schlief viel mehr als früher, sie wollte ihre Ruhe
haben... Allerdings, wenn irgendwer mit Folie raschelte, war sie sofort auf dem Plan. Könnte ja was zu
Essen sein! Im letzte Jahr nahm ich Babett sonntags mit auf den Hundeplatz. Sie half mir in der Welpengruppe
als "Tante". Das machte sie sehr gut. Die Kleinen hatten viel Respekt vor ihr. Auch bei den Welpenbesitzern war
sie sehr beliebt. Sie sorgte dafür, daß die Leute nicht so viele Leckerchen nach Hause tragen
mußten.
Am 16.01.2004 haben wir Babett nach kurzer, schwerer Krankheit verloren. Sie wird nicht nur uns sehr fehlen.
Und wenn wir über sie erzählen heißt es am Schluß immer: "So einen Hund bekommen wir nie wieder!"
Es gibt eine Zeit des Miteinanders,
eine Zeit des Abschiednehmens,
eine Zeit des Schmerzes und der Trauer,
und zuletzt eine Zeit der liebevollen Erinnerung ...
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